Persistierender Ductus arteriosus


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Ein Ductus arteriosus persistens (persistierender Ductus arteriosus, PDA) liegt vor, wenn sich der Ductus arteriosus selbst 3 Monate nach der Geburt nicht verschlossen hat. Der Ductus arteriosus schließt sich normalerweise in den ersten Lebenstagen. Es ist ein Gefäßproblem, kein eigentlicher Herzfehler, welches sich aber auf die Herz-Kreislauf-Funktion auswirkt


Symptomatik

Ein kleiner PDA macht keinerlei Symptome und fällt bei den Vorsorgeuntersuchungen nur durch ein Geräusch auf. Ein größerer PDA bedeutet einen Links-Rechts-Shunt, bei dem Blut aus dem arteriellen Kreislauf (Körperkreislauf) direkt wieder in den Lungenkreislauf gelangt. Dadurch kann es zu Herzinsuffizienzzeichen und einer vermehrten Infektanfälligkeit der Kinder kommen. Ein größerer PDA bedeutet auch eine Endokarditisgefahr. Deshalb wird ein größerer PDA immer verschlossen. In Verbindung mit bestimmten komplexen angeborenen Herzfehlern wird ein Ductus arteriosus durch die Gabe von Prostaglandinen künstlich offengehalten um das Überleben der Kinder sicherzustellen.


Medikamentös

Verzögert sich der natürliche Verschluss, so kann dieser medikamentös (mittels prostaglandinsynthesehemmenden Medikamenten) unterstützt werden, so dass in vielen Fällen nachgeburtlich eine normale Kreislaufsituation erreicht wird. Zugelassen ist für diese Indikation z. B. der Wirkstoff Ibuprofen.

Bei Tieren ist die medikamentöse Behandlung meist nicht möglich, da der Defekt einerseits erst sehr spät entdeckt wird und andererseits meist eine andere Form der Missbildung als beim Menschen vorliegt und somit der PDA nicht (bzw. nicht mehr) auf das Medikament reagiert.


Invasiv

Kann der Verschluss nicht konventionell erreicht werden, wird eine invasive Maßnahme nötig. Bis vor einigen Jahren (jetzt 2005) geschah das chirurgisch. Der Schnitt wurde an der linken Brustkorbseite zwischen den Rippen geführt, der PDA je nach seiner Form und Länge durch ein oder zwei Bändchen abgeschnürt und oft zwischen diesen Abschnürungen durchgeschnitten.

Heute wird der PDA in der Regel bei größeren Säuglingen per Herzkatheterintervention mit einem oder mehreren Coils oder einem Schirmchensystem verschlossen. Dafür stehen verschiedene Fabrikate zur Verfügung, die je nach Form und Länge des PDA ausgewählt werden. Ein großer PDA bei sehr jungen Säuglingen wird weiterhin chirurgisch verschlossen. Nach dem Verschluss eines PDA (wenn dieser als alleinige Fehlbildung vorkommt) ist das Kind ganz gesund. Es braucht keine Endokarditisprophylaxe mehr und auf Dauer sind auch keine Kontrolluntersuchungen mehr zu erwarten.


Bei Hund und Katze besteht in einigen Zentren die Möglichkeit, den PDA in gleicher Weise mittels Herzkatheter zu verschließen. Andernfalls ist auch der Verschluss während einer Brustkorboperation möglich.